Kinder im Internet zu schützen


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Wie Sie Kinder im Internet schützen können

Kinder verstehen oft mehr von Computern als ihre Eltern. Oft lernen sie das Internet zu nutzen (zu surfen) in der Schule.

Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass Kinder, die online sind, die ´Außenwelt` erreichen. Wenn kein Filtersystem installiert wird, um unangenehme Worte und Bilder zu blockieren, können Kinder Unangenehmes und Gewaltverherrlichung genauso leicht einsehen wie viele nützliche und spaßbringende Webseiten. Auch können Kinder mit Fremden kommunizieren, insbesondere über Chatrooms. Es besteht das Risiko, ähnlich wie auf der Straße, dass sie von jemandem, der versuchen könnte ihnen zu schaden, angesprochen werden. Vermitteln Sie Ihren Kindern, niemals eine Internetbekanntschaft persönlich zu treffen, es sei denn Sie begleiten sie. Sagen Sie ihnen auch, ihre Adresse und den Namen ihrer Schule niemals  an zu geben.

Folgende Sicherheitstipps können Sie sich ausdrucken und an Ihren Computer heften:

Es kann gefährlich sein, jemandem aus dem Internet persönlich zu treffen – es sei denn Deine Eltern oder Deine Aufsichtspersonen begleiten Dich. Diese Treffen sollten nur an öffentlichen Orten stattfinden.

Sei Dir darüber im klaren, dass Leute online alles mögliche vortäuschen können – keiner kann sie sehen.

Gib ihnen also niemals Deine E-mail Adresse, Deine Adresse, den Namen Deiner Schule, ein Photo von Dir oder ein Password. Es könnten gefährliche Menschen sein!

Wenn Du etwas sehr Unangenehmes entdeckst, oder wenn Dich jemand online belästigt, dann ist das nicht Deine Schuld. Sag es Deinen Eltern.

Empfehlungen für Eltern

Einige ISPs bieten kindersichere Webbereiche oder Filterpakete an. Sie können auch entsprechende Software erwerben. Ihre Kinder müssen dennoch Verhaltensmaßregeln für die sichere Nutzung des Internet erlernen, um auch in den Fällen gewappnet zu sein, in denen sie nicht geschützt sind.

Ihre Kinder müssen wissen, dass sie sich niemals mit einer Internetbekanntschaft treffen dürfen, es sei denn, Sie würden sie begleiten und das Treffen findet an einem öffentlichen Ort statt.

Machen Sie ihnen klar, dass sie ihre persönlichen Daten schützen müssen, dass sie nie ihre Anschrift, Telefonnummer oder den Namen ihre Schule oder gar ihr Foto in einer E-Mail versenden oder in einem Chatroom preisgeben dürfen. (E-Mails können verloren gehen oder von anderen Leuten gelesen werden – eine E-Mail ist wie eine Postkarte. Auch Chatrooms sind quasi öffentliche Orte, sodass man nie genau wissen kann, wer mithört.

Die Kinder müssen sich darüber im klaren sein, dass sich die Leute online für jemand anderen ausgeben können, sogar Leute, die Brieffreunde oder E-Mail-Freunde werden. Die Leute sagen online nicht immer die Wahrheit, denn niemand kann sie sehen.

Kinder erzählen häufig nicht davon, wenn im Internet etwas Unerfreuliches vorkommt – sagen Sie ihnen deshalb, dass es nicht ihre Schuld ist, wenn jemand in einem Chatroom oder in einer E-Mail etwas sagt oder schreibt, das ihnen ein unangenehmes Gefühl gibt oder sie verstört, und dass sie es Ihnen weitererzählen und dem ISP melden sollen.

Kinder müssen besonders in Chatrooms vorsichtig sein. (Selbst wenn ein Chatroom nur für Kinder da ist, gibt es derzeit keine Möglichkeit zu überprüfen, ob jeder Teilnehmer wirklich ein Kind ist. Ein Erwachsener oder ein älteres Kind könnte versuchen, andere Kinder reinzulegen.

Wenn der Internet Service Provider ein moderiertes Chatroom speziell für Kinder der ent­sprechenden Altersklasse anbietet, dann sollten die Kinder nur dieses Chatroom benutzen. Dort ist die ganze Zeit ein Erwachsener online dabei, um alles Böse fernzuhalten. Kein Anlass zur Sorge für die Kinder, denn der Erwachsene mischt sich nicht ein, und niemand merkt, dass er da ist, es sei denn, jemand benimmt sich daneben.

Die Kinder sollten nie auf unanständige oder zweideutige Beiträge antworten. Sei sollten immer den Eltern Bescheid sagen, wenn sie Nachrichten erhalten, die sie schockieren oder verstören, die sie nicht verstehen, oder wenn sie online unanständige Bilder zu sehen bekommen. Ent­sprechende Probleme sollten dem Internet Service Provider gemeldet werden. (Es gibt EU-Hotlines wie z.B. die Jugendschutz.de (www.jugendschutz.de), die entsprechenden Vorfällen Einhalt gebieten kann. Teilen Sie der Jugendschutz.de entsprechende Vorkommnisse mit.)

Weitere Ratschläge für Ihre Kinder

Sie sollten niemandem ihre Kreditkartennummer oder Kontonummer mitteilen (ohne dies zuerst mit den Eltern oder Aufsichtspersonen abzuklären. Jemand könnte diese Informationen für Diebstähle benutzen).

An niemanden sollte das Password für den Internet-Briefkasten mitgeteilt werden (andere könnten vorgeben, man selber zu sein, oder die E-Mails lesen).

Ein supertolles Angebot ist wahrscheinlich nur ein Trick!

Hände weg von Websites für "älter als 18". (Die Warnungen dienen zum Schutz. Außerdem sind Erwachsenen-Sites oft viel teurer für die Telefonrechnung.

Niemals auf Links oder Anhänge in E-Mails von Unbekannten klicken. Das gleiche gilt für das Runterladen von Files aus Internetsites (nur von bekannten Vertrauenspersonen öffnen. Ansonsten könnte ein Virus o.ä. den Computer schädigen oder zerstören).

Filtersysteme

Filtersysteme sollen verhindern, dass ungewünschte Webseiten auf Ihrem Heim-PC landen. Es gibt drei Sorten:

1) Software Systeme oder Systeme der Service Provider die auf Reizwörter oder -bilder reagieren, um bestimmte Webseiten zu vermeiden.

2) Software Systeme oder Systeme der Service Provider, die auf Ja/Nein Listen beruhen, die von Menschen oder Computern aufgestellt werden.
Eine Ja-Liste bedeutet, man kann nur die Webseiten besuchen, die geprüft sind. Diese Listen sind besonders geeignet für jüngere Kinder.

3) Das ICRA System ist dank der EU kostenlos erhältlich und bereits auf den beiden Hauptbrowsern installiert. Es basiert auf Webseiten, die als kinderfreundlich oder nicht kinderfreundlich gekennzeichnet sind.

Dieser Ansatz ist zwar richtig, es werden jedoch noch zu wenige Webseiten gekennzeichnet, was die Auswahl der Seiten einschränkt. (ICRA steht für Internet Content Rating Association.

Keine Filtersoftware kann Eltern ihrer Aufsichtspflicht bezüglich des Online-Verhaltens ihrer Kinder entbinden und besonders schwierig ist es, Schutz für gewalthaltige Seiten zu finden. ppErst kürzlich durchgeführte Tests von Test Achat, einem Partner im CISA (Consumer Internet Safety Awareness) Projekt, das von der EU im Internet Aktionsplan ko-finanziert wird, zeigen, dass gute Filter immer noch der beste Weg sind, um wenigstens den Zugang zu den meisten Erwachsenenseiten zu blockieren. Hier erhalten Sie einige Fakten über Filtersysteme und wie sie arbeiten und einige Ratschläge, wie Sie sich das Beste aus dem derzeitigen Angebot holen können.

Filterprogramme arbeiten auf mehrere Arten

“No” lists:  Eine “No” list” von Seiten, die man vermeiden möchte, wird aufgestellt (enthält z. B. verunglimpfendes, gewalthaltiges oder rassistisches Material) und wenn Ihr Kind auf eine dieser Seiten gehen möchte, wird der Zugang verhindert. Einige dieser Programme arbeiten auch mit einer Liste von Wörtern, die ausgeschlossen werden sollen: Sobald diese Wörter unter einer Adresse oder auf der Seite gefunden werden, wird der Zugang blockiert. Das Problem mit diesen No Listen ist, dass sie ständig auf dem neuesten Stand gehalten werden müssen.

Realzeit Filter: Solche Filterprogramme überprüfen Wörter und/oder Bilder während sie aufgerufen werden und sie stoppen eine Seite mit einem unverwünschten Text oder Bild, so das sie gar nicht erscheint. Das Problem liegt darin, dass die Seite zum Teil gesehen werden kann, bevor der Filter das anstößige Wort oder Bild entdeckt. Darüber hinaus kann dieses System den Zugriff auf die Webseiten sehr verzögern.

Kennzeichnung/Klassifizierung der Seite: Die Herausgeber der Seite kennzeichnen freiwillig ihr Webangebot, sodass erkennbar ist, ob diese Seite Material enthält (z. B. Gewalt, Nacktheit, Glücksspiel, nur für Erwachsene etc.). Eine solche Kennzeichnung und entsprechende Kategorien wurden von ICRA (Internet Content Rating Association entwickelt. Der Filter liest diese Kennzeichnung und entscheidet, ob der Zugang erlaubt wird, je nach dem was die Eltern für das Kind freigegeben haben. Das Problem dieses Systems liegt darin, dass es abhängig ist von der freiwilligen Kennzeichnung durch den Herausgeber der Webseite – daher sind noch nicht viele solcher Seiten klassifiziert.

Kinderportale: Eine Liste von Webseiten, die für jüngere Kinder geeignet sind, wird erstellt und zu diesen wird den Kindern der Zugang erlaubt. Dieses ist der sicherste Weg, um jüngere Kinder zu schützen.

Ratschläge für Eltern

  1. Sprechen Sie zu allererst mit Ihren Kinder darüber, wie das Internet sicher genutzt werden kann und erklären Sie ihnen die Grundlagen für ein sicheres Surfen.  (vgl. Dazu Elternhinweise aufdeutsch.htm)
  2. Bevor Sie eine Filtersoftware herunterladen, entscheiden Sie, was sie möchten. Eltern haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie ihre Kinder schützen wollen/können und sie müssen wissen, was Sie herausfiltern möchten. Wollen Sie z. B. den Zugang zu Chaträumen und Newsgruppen einschränken? Wollen Sie den Versand und Empfang von e-mails kontrollieren – z. B. auf bestimmte Personen einschränken? Wollen Sie die Zeit, die am Computer verbracht wird oder die Zeiten und Tage, an denen der Computer genutzt werden darf oder die Benutzung von Kreditkarten, das Versenden von persönlichen Informationen verhindern?
  3. Viele Filter können für eine gewisse Zeit lang kostenlos genutzt werden. Denken Sie daran, wenn sie auf die Suche nach dem passenden Filter gehen. Testen Sie einige, bevor Sie entscheiden, welchen Sie kaufen.
  4. Kinderportale sind am besten für jüngere Kinder geeignet. Der Zugang wird nur zu den geeigneten Seiten erlaubt. So sehen Kinder eine reduzierte Internetversion, aber in der Regel stört dies die Kinder nicht und sie vermuten nicht einmal, dass ihnen der Großteil des Internetangebots verschlossen bleibt.
  5. Denken Sie daran, die meisten Filtersysteme sind amerikanischen Ursprungs. Das bedeutet, dass die Kriterien für das Herausfiltern von amerikanischen Werten beeinflusst sind und die Amerikaner haben andere Sensibilitäten: z. B. wird bloße Haut stark geahndet, Gewalt dagegen und Waffen werden eher geduldet. Viele Filterprodukte sind nur auf English wirksam.
  6. Es gibt große Preisunterschiede unter den Filterprogrammen und die teureren sind nicht notwendigerweise die besten.

Kürzlich durchgeführte Tests belegen: viele Filter sind nicht wirksamp

Erst vor wenigen Wochen führten Konsumentenvereinigungen in Belgien, Spanien, Italien und Portugal Tests an 18 gängigen Filtersoftwarepaketen durch.

© Test-Achats (Test-Aankoop), die belgische Konsumentenorganisation, die federführend für das Projekt war, schreibt dazu in ihrem Testmagazin Nr. 452 vom März 2002, S.18-22: „Generell werden Pornografische Seiten ziemlich gut herausgefiltert. Gleichzeitig filtern die Programme aber nicht generell nicht anstößige Seiten heraus, auch nicht die, wo der Name eigentlich Verdacht hätte erregen können. Andererseits konnten Waffenseiten, Gewalt-, Hass-, Rassismus-, Drogen- oder Sektenseiten ohne Probleme die Filterprogramme passieren“.

Test Achats schließt daraus: “Von den 18 getesteten Filtern sind nur drei wirklich wirksam:: McAfee Internet Guard Dog Version 3.13 (2), N2H2 Inc N2H2 für den Hausgebrauch (UKE) A 1.0, und WE-WEBCORP.COM We-Blocker 2.0.1 Build 82.  Da wir wissen, dass We-WebCorp.com kostenlos ist, ist leicht zu erraten, dass dies unser bestes Angebot wurde. Der Filter kann von der Homepage des Anbieters heruntergeladen werden.“

Mehr Informationen zu Filtersystemen finden Sie im Bericht der Which? Zeitschrift Through the Net (English).

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