EU Action Plan on promoting safer use of the Internet - the CISA project

© Filter und Klassifizierungssysteme

Filterprogramme
Ratschläge für Eltern
Kürzlich durchgeführte Tests belegen

Keine Filtersoftware kann Eltern ihrer Aufsichtspflicht bezüglich des Online-Verhaltens ihrer Kinder entbinden und besonders schwierig ist es, Schutz für gewalthaltige Seiten zu finden. ppErst kürzlich durchgeführte Tests von Test Achat, einem Partner im CISA (Consumer Internet Safety Awareness) Projekt, das von der EU im Internet Aktionsplan ko-finanziert wird, zeigen, dass gute Filter immer noch der beste Weg sind, um wenigstens den Zugang zu den meisten Erwachsenenseiten zu blockieren. Hier erhalten Sie einige Fakten über Filtersysteme und wie sie arbeiten und einige Ratschläge, wie Sie sich das Beste aus dem derzeitigen Angebot holen können.

Filterprogramme arbeiten auf mehrere Arten

“No” lists:  Eine “No” list” von Seiten, die man vermeiden möchte, wird aufgestellt (enthält z. B. verunglimpfendes, gewalthaltiges oder rassistisches Material) und wenn Ihr Kind auf eine dieser Seiten gehen möchte, wird der Zugang verhindert. Einige dieser Programme arbeiten auch mit einer Liste von Wörtern, die ausgeschlossen werden sollen: Sobald diese Wörter unter einer Adresse oder auf der Seite gefunden werden, wird der Zugang blockiert. Das Problem mit diesen No Listen ist, dass sie ständig auf dem neuesten Stand gehalten werden müssen.

Realzeit Filter: Solche Filterprogramme überprüfen Wörter und/oder Bilder während sie aufgerufen werden und sie stoppen eine Seite mit einem unverwünschten Text oder Bild, so das sie gar nicht erscheint. Das Problem liegt darin, dass die Seite zum Teil gesehen werden kann, bevor der Filter das anstößige Wort oder Bild entdeckt. Darüber hinaus kann dieses System den Zugriff auf die Webseiten sehr verzögern.

Kennzeichnung/Klassifizierung der Seite: Die Herausgeber der Seite kennzeichnen freiwillig ihr Webangebot, sodass erkennbar ist, ob diese Seite Material enthält (z. B. Gewalt, Nacktheit, Glücksspiel, nur für Erwachsene etc.). Eine solche Kennzeichnung und entsprechende Kategorien wurden von ICRA (Internet Content Rating Association entwickelt. Der Filter liest diese Kennzeichnung und entscheidet, ob der Zugang erlaubt wird, je nach dem was die Eltern für das Kind freigegeben haben. Das Problem dieses Systems liegt darin, dass es abhängig ist von der freiwilligen Kennzeichnung durch den Herausgeber der Webseite – daher sind noch nicht viele solcher Seiten klassifiziert.

Kinderportale: Eine Liste von Webseiten, die für jüngere Kinder geeignet sind, wird erstellt und zu diesen wird den Kindern der Zugang erlaubt. Dieses ist der sicherste Weg, um jüngere Kinder zu schützen.

Ratschläge für Eltern

  1. Sprechen Sie zu allererst mit Ihren Kinder darüber, wie das Internet sicher genutzt werden kann und erklären Sie ihnen die Grundlagen für ein sicheres Surfen.  (vgl. Dazu Elternhinweise aufdeutsch.htm)
  2. Bevor Sie eine Filtersoftware herunterladen, entscheiden Sie, was sie möchten. Eltern haben unterschiedliche Vorstellungen davon, wie sie ihre Kinder schützen wollen/können und sie müssen wissen, was Sie herausfiltern möchten. Wollen Sie z. B. den Zugang zu Chaträumen und Newsgruppen einschränken? Wollen Sie den Versand und Empfang von e-mails kontrollieren – z. B. auf bestimmte Personen einschränken? Wollen Sie die Zeit, die am Computer verbracht wird oder die Zeiten und Tage, an denen der Computer genutzt werden darf oder die Benutzung von Kreditkarten, das Versenden von persönlichen Informationen verhindern?
  3. Viele Filter können für eine gewisse Zeit lang kostenlos genutzt werden. Denken Sie daran, wenn sie auf die Suche nach dem passenden Filter gehen. Testen Sie einige, bevor Sie entscheiden, welchen Sie kaufen.
  4. Kinderportale sind am besten für jüngere Kinder geeignet. Der Zugang wird nur zu den geeigneten Seiten erlaubt. So sehen Kinder eine reduzierte Internetversion, aber in der Regel stört dies die Kinder nicht und sie vermuten nicht einmal, dass ihnen der Großteil des Internetangebots verschlossen bleibt.
  5. Denken Sie daran, die meisten Filtersysteme sind amerikanischen Ursprungs. Das bedeutet, dass die Kriterien für das Herausfiltern von amerikanischen Werten beeinflusst sind und die Amerikaner haben andere Sensibilitäten: z. B. wird bloße Haut stark geahndet, Gewalt dagegen und Waffen werden eher geduldet. Viele Filterprodukte sind nur auf English wirksam.
  6. Es gibt große Preisunterschiede unter den Filterprogrammen und die teureren sind nicht notwendigerweise die besten.

Kürzlich durchgeführte Tests belegen: viele Filter sind nicht wirksamp

Erst vor wenigen Wochen führten Konsumentenvereinigungen in Belgien, Spanien, Italien und Portugal Tests an 18 gängigen Filtersoftwarepaketen durch.

Test-Achats, (Test-Aankoop), die belgische Konsumentenorganisation, die federführend für das Projekt war, schreibt dazu in ihrem Testmagazin Nr. 452 vom März 2002, S.18-22: „Generell werden Pornografische Seiten ziemlich gut herausgefiltert. Gleichzeitig filtern die Programme aber nicht generell nicht anstößige Seiten heraus, auch nicht die, wo der Name eigentlich Verdacht hätte erregen können. Andererseits konnten Waffenseiten, Gewalt-, Hass-, Rassismus-, Drogen- oder Sektenseiten ohne Probleme die Filterprogramme passieren“.

Test Achats schließt daraus: “Von den 18 getesteten Filtern sind nur drei wirklich wirksam:: McAfee Internet Guard Dog Version 3.13 (2), N2H2 Inc N2H2 für den Hausgebrauch (UKE) A 1.0, und WE-WEBCORP.COM We-Blocker 2.0.1 Build 82.  Da wir wissen, dass We-WebCorp.com kostenlos ist, ist leicht zu erraten, dass dies unser bestes Angebot wurde. Der Filter kann von der Homepage des Anbieters heruntergeladen werden.“

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