Grenzüberschreitende Einkäufe


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Ihre Rechte im elektronischen Geschäftsverkehr

Wenn Sie online in Ihrem eigenen Land Einkäufe machen, schützen Sie die landesüblichen Gesetze.

Wenn Sie jedoch online von einer Firma eines anderen EU-Landes etwas kaufen, haben Sie folgende Rechte:

  1. Das Unternehmen sollte Ihnen verständlich machen, mit wem sie es zu tun haben und dass es darum geht, Ihnen etwas zu verkaufen1.
  2. Der Verkaufspreis und (wo zutreffend) der Einheitspreis müssen klar und unzweideutig angegeben sein2.
  3. Sie müssen per Brief oder Email darüber informiert werden, wann und wo sie einen Kauf rückgängig machen können. Sie haben eine Frist von wenigstens sieben Arbeitstagen, in der Sie Ihre Meinung aus beliebigen Gründen ändern können. Sobald Sie dem Unternehmen per Brief oder E-Mail ihre Absicht mitteilen, den Kauf stornieren zu wollen, muss Ihnen Ihr Geld zurückerstattet werden. Normalerweise kann der Kauf von verderblicher Ware, ausgepackten CDs, Videos etc. und von Computer Software nicht rückgängig gemacht werden.

    Wenn Sie in Ihrem eigenen Land einkaufen, haben sie eventuell eine längere Frist, in der Sie stornieren können.
  4. Sie können unlautere Vertragsbedingungen3 und irreführende Werbung melden und Einspruch erheben4.
  5. Produkte, die Sie innerhalb der EU gekauft werden, müssen sicher sein (bestimmten Sicherheitsvorschriften gerecht werden)5.
  6. Wenn ein im Rahmen der EU gekauftes, mangelhaftes Produkt Schaden verursacht, können Sie möglicherweise Schadenersatz erhalten6.
  7. Sie können innerhalb einer Frist von wenigsten zwei Jahren Schäden angeben, die zum Zeitpunkt des Kaufs bereits vorhanden waren. Wenn ein Mangel innerhalb der ersten sechs Monate auftritt, muss der Händler beweisen, dass das Produkt beim Verkauf in tadellosem Zustand war. Zunächst wird Ihnen eine Reparatur oder ein Umtausch angeboten. Sollte das nicht möglich sein, sollte die Wiedergutmachung nicht früh genug eintreten, oder sollten Sie viel Ärger mit der Angelegenheit gehabt haben, können Sie einen Teil oder den Gesamtbetrag Ihres Geldes zurückerhalten7.
  8. Persönliche Daten dürfen nur mit ihrer Zustimmung oder in dringenden Fällen (wie beispielweise zum Abwickeln Ihrer Bestellung) verarbeitet werden8.

Wenn ein Kauf schief geht

Zuerst sollten Sie die ersten 8 oben genannten Punkte beachten und den Händler bitten, die Angelegenheit zu regeln. Wenn das keinen Erfolg hat, sehen Sie auf der Webseite der Firma nach, ob Sie einer Vereinigung von Webhändlern angehört. Ist das der Fall, hat sich die Firma verpflichtet, Beschwerden schnell zu bearbeiten. Wird Ihre Beschwerde jedoch nicht entsprechend bearbeitet, können Sie sich an die Organisation wenden, die Vereinigung von Webhändlern leitet.

Sie können sich auch an Ihre Europäische Verbraucherzentrum für  Verbraucher richten. Sie können dort das EU Formblatt für Verbraucherbeschwerden erhalten. Es könnte Ihnen weiterhelfen das ausgefüllte Formular zu Ihrem Händler zu schicken.

In Deutschland kann Ihnen die 'Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.' weiterhelfen.

EU-Richtlinien und nationale Gesetzgebung im Bereich des grenzenüberschreitenden e-Commerce

Oft sind nationale Verbrauchergesetze besser als gemeinsames EU-Recht. Sie könnten beispielsweise länger Zeit haben, nach einem Kauf zu stornieren. Es könnte sich also lohnen, die eigenen Gesetze oder die Gesetze des Landes, aus dem Sie gekauft haben, zu nutzen.

EU-Richtlinien

1 Fernabsatzrichtlinie

2 Preisangabenverordnung

3 Unfair contract terms directive

4 Richtlinie über irreführende Werbung

5 Richtlinie über allgemeine Produktsicherheit

6 Richtlinie über die Haftung für fehlerhafte Produkte

7 Richtlinie über EU-weite Garantieleistungen

8 Datenschutz-Richtlinie

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